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FRISKA VILJOR - Bravo!
[Devilduck / Indigo] VÖ | 23-02-2007
Das kennt doch jeder unglücklich Verliebte: Man gibt sich abends die Kante und greift in der Nacht dann kurzerhand zum Handy, um seine Gedanken in einem - so denkt man in dem Moment zumindest - Meisterwerk aus Lyrik und Gefühl per SMS an strategisch wichtige Personen zu schicken. Der perfekte Einfall entpuppt sich aber am verkaterten Morgen als völlig unoriginell und geradezu peinlich. So ähnlich machen das auch Gitarrist DANIEL JOHANSSON und Sänger JOAKIM SVENINGSSON von FRISKA VILJOR - nur schreiben sie Songs statt SMS. Und außerdem ist das Ergebnis auch am nächsten Morgen noch genial.
So lautet zumindest die Legende der Band: Nach simultaner Beendigung ihrer Beziehungen wurde der gemeinsame Kummer in langen Nächten ertränkt und dann schließlich in musikalische Häppchen gezwängt. Kurz zusammengefasst: Alkohol, Frauen, Verbitterung - die drei besten Zutaten, um gute Rockmusik zu kreieren.
Und wie klingen FRISKA VILJOR nun? Gitarrist DANIEL JOHANSSON fasste es im Interview mit FLAMING YOUTH kurz zusammen mit: "Happy music with sad lyrics". Und damit liegt er genau richtig. Denn trotz der Texte laden Songs wie 'Oh oh', 'Gold' oder 'Puppet Cabaret' direkt zum Tanzen ein. Dass die Instrumentierung mit Mandoline, Trompeten und Glockenspiel je nach Einsatz große Unterschiede ausmachen kann, bemerkt man besonders beim musikalischen Zwillingspärchen 'Shotgun Sister' und 'We are happy now (la la la)': Während man bei ersterem bedrückt auf seinem Stuhl hin- und herrutscht, treibt einen zweiterer geradewegs auf die Indie-Tanzfläche - dabei haben beide Songs die identischen Lyrics.
'Four Points' wiederum klingt wie ARCADE FIRE auf Speed, 'I gave my Life' bietet uns sechs Minuten lang unterhaltsame Polka-Rhythmen, 'Goldfish' erinnert an das traurige Meisterstück, das uns die COUNTING CROWS noch immer schuldig sind. 'Monday' fällt als Elektro-Dancehit zunächst völlig aus dem angefolkten Rahmen und erschließt sich einem erst, wenn die Trompete loströtet. Ach, und wo wir gerade bei Trompeten sind: Selten gab es ein so bewegendes Bläsersolo wie in der Hymne 'Friskashuffle', die zudem den mitreißendsten Chorus des jungen Jahres bereithält.
Bravo! Das sind elf brilliante, abwechslungsreiche Lieder, die in erster Linie Hoffnung verbreiten. Darf man im Februar eigentlich schon das Album des Jahres verkünden? Wertung von Flamingyouth:

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[Sascha Krokowski 22-02-2007]
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