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  METALLICA - ...And Justice For All

[Vertigo]
VÖ | 05-09-1988


Als Anfang September 1988 der ersehnte Nachfolger von "Master Of Puppets" in die Läden kommt, bin ich zwar nicht einer der ersten, aber dennoch ganz vorne dabei, um mir METALLICAs neuestes Werk "...And Justice For All" zuzulegen.

Mittlerweile sind knappe 18 Jahre ins Land gezogen und "Justice" zählt zu einem Meilenstein des Thrash-Metals. 1988 waren METALLICA auf dem Höhepunkt ihres kreativen Schaffens, der kommerzielle Ausverkauf sollte drei später mit dem "Black Album" folgen. Aber zu jener Zeit waren sie die Unangefochtenen Könige des Metal. Ich erinnere mich an einen Konzertbericht im METAL HAMMER vom Tourauftakt der "Justice Tour" in Italien: "Metallica wirken an diesem Abend noch sehr müde, nur mit dem Unterschied, dass selbst die müden Metallica zur Zeit jede andere Band an die Wand spielen." Fakten.

Alleine das Fade-in-Intro zu `Blackened` lässt eine Gänsehaut auf der Altgewordenen Metal-Pelle entstehen und das schnelle Stakkato-Riff danach treibt einem fast Tränen in die Augen vor Freude. Oh ja, sie waren groß. HETFIELD stapelt Riff auf Riff und sang nie wieder so gut. Auch wenn der Volksmund von einer schlechten Produktion spricht - was ich nicht so recht nachvollziehen kann - setzten die vier Bay Area Mosher mit diesem Album neue Maßstäbe in Sachen Metal-Breaks und Power. ULRICHs Homie FLEMMING RASMUSSEN, der schon "Master Of Puppets" vergoldete, lässt die heimische Anlage um ihr Leben wimmern und die Wände wackeln.

Der zweite Track `...And Justice For All` bringt es auf elegante 9:44 Minuten und keine Sekunde scheint zu viel zu sein, selbst KIRK HAMMETTs Gitarren-Soli Gefiedel ist erträglich. JASON NEWSTED, der das schwere Erbe CLIFF BURTON am Vier-Saiter zu ersetzen auf sich genommen hat, wird der größte Teil abgenommen in dem er beim Mix zu gut wie gar nicht zu hören ist. Textlich machten METALLICA ebenfalls einen Schritt vorwärts, JAMES HETFIELD singt über das Ende der Welt, Gerechtigkeit und Korruption. "Seeking no truth, winning is all"

METALLICA ziehen auch beim dritten Album in Folge ihr Konzept der Songreihenfolge der Platte durch. Der Opener ist ein durchgezogener Nackenbrecher, als zweites kommt der Titeltrack, als drittes ein Mid-Tempo Headbanger (`Eye Of The Beholder`) und als viertes eine Ballade. Im Falle von "...And Justice For All" ist es `One`, für den METALLICA damals ihren ersten Video-Clip drehten - bis Heute ihr bester. Selbst diese Single-Auskopplung kommt auf 7:24 Minuten. Alleine das Zwischenteil des Songs hat wahrscheinlich einen neuen Musikstil geprägt und etliche Bands auf die böse Seite gezogen. Der Klassiker schlechthin.

Dann diese unglaubliche Power vom `Shortest Straw`-Intro und diese Gitarren-Arbeit von HETFIELD, der die gesamten Rhythmus-, Melodie-, und Akustik-Gitarren selbst eingespielt hat - (gefühlte zehn Gitarren übrigens) ist ein weiterer Beweis dieser Ausnahme-Platte. Und auch wenn einem LARS "Labertasche" ULRICH nicht sympathisch ist und ihm stets schlechtes Drumming unterstellt wurde und wird, hier klingt er richtig fett. `Harvester Of Sorrow` sollte auch zu einem Live-Klassiker wachsen, zu Recht. Diese ellenlangen Intros die METALLICA perfektionierten sind Beispiellos in ihrer Konzeption, und ihrem Ideenreichtum der Garten Eden jedes werdenden Metal-Gitarreros. `To Live Is To Die`, das bis dato letzte Instrumental der Band, ausgeschmückt mit den letzten Zeilen des verstorbenen Ex-Bassisten CLIFF BURTON ("Cannot the kingdom of salvation take me home"), dem es auch gewidmet ist, schafft es auf knappe 10 Minuten und auch hier ist Langeweile ein Fremdwort.

Den Abschluss des Albums macht der mit 5:12 Kürzeste Song (`Dyers Eve`), wie auch schon bei der Vorgängerplatte, der schnellste Mosh der Scheibe. METALLICA geben alles, nehmen alles und gewinnen alles. "...And Justice For All" gehört in den gut sortierten Plattenschrank für alle Metalheads und Wannabees.

"Hammer of justice crushes you - overpower"

Wertung von Flamingyouth:

Wertung der Leser:


12 Bewertungen

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[Marceese Trabus 04-04-2006]

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